Adolphe Menjou, Edna Purviance, A Woman of Paris, 1923

(United Artists)

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ENGELSZUNGEN 5/5


A Woman of Paris – Chaplin dreht 1923 A Woman

of Paris mit Adolphe Menjou und Edna Purviance. Es ist

sein erster Film für United Artists. Ein Melodrama.

Chaplin tritt darin nicht auf.



              Willy Haas, Film-Kurier 1924


In allen grossen Städten des Kontinents läuft jetzt

einer der merkwürdigsten amerikanischen Filme: A Woman

of Paris, Regie: Charlie Chaplin. Er ist ein Welterfolg.

      Deutsche Filmfachleute, die ihn gesehen haben, waren

ganz starr vor Staunen: das ist ja echter, unverfälschter

deutscher Kammerfilm, ganz offenkundig tief beeinflusst von den

Versuchen Lupu Picks, F. W. Murnaus, Carl Mayers,

Leopold Jessners – Versuche, die z. T. schon Jahre zurück liegen!

      Es ist in der Tat wahr: was bei uns von manchen

angeblich besonders „Geschäftstüchtigen“ als „literarisches

Experiment“ belächelt wurde – das hat nun in Paris,

London, Rom grosse, populäre, breite Erfolge.

      Bei meiner Anwesenheit in Paris wurde dieser zarte,

zurückhaltende, personenarme, fast ohne Dekoration hergestellte

Film in etwa 50 Theatern gespielt – obgleich er doch gerade

für Pariser eine gewisse Enttäuschung bringen musste, denn in

diesem Woman of Paris ist von dem glanzvollen Paris

so gut wie nichts zu sehen.

      Es gibt also neuerdings ein ganz neues Problem:

der grösste amerikanische Filmkünstler, wohl der

grösste Filmkünstler der Welt überhaupt – geht bei deutschen

Regisseuren in die Schule; und zwar so offenkundig,

dass man blind sein müsste, um es nicht zu bemerken!



Charles Chaplin, A Woman of Paris, 1923, 75´55“

1/9 + 2/9 + 3/9 + 4/9 + 5/9 + 6/9 + 7/9 + 8/9 + 9/9



PS:

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kurzlebiger Art sein kann.


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