Advertisement Charlie Chaplin‘s Burlesque on Carmen, 1915

(Moving Picture World, April 22, 1916)

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NEUER JOB 10/11


Charlie Chaplin´s Burlesque on Carmen – Monate

nach der Erstaufführung wird der zweitletzte,

von Chaplin für Essanay gedrehte Zweiakter in einer

doppelt so langen Version vermarktet, wogegen

Chaplin erfolglos gerichtlich vorgeht.



               Fritz Hirzel, Chaplins Schatten.

               Bericht einer Spurensicherung. Zürich 1982


Nun, gegen Ende des Jahres, als Chaplin zu erkennen gab,

dass er seinen Vertrag bei Essanay nicht erneuern wollte, begann

prompt auch sein Ärger. Carmen, eine Burleske, die er als

Zweiakter fertiggestellt hatte, wurde von Essanay zurückbehalten.

      Der Film war als Parodie gedacht: zweimal war Carmen,

frei nach Bizets Oper, 1915 bereits verfilmt worden, zum einen von

Cecil B, DeMille mit Geraldine Farrar, zum anderen von

Frank Lloyd mit Theda Bara.

      Und nun also Chaplin mit Edna Purviance, versteht sich.

Was dabei herauskam, war eine Kostümfilmburleske mit handgreiflichem Radau und Degenfechterei; das spanische Dekor

schien nicht besonders inspirierend, zu operettenhaft wirkte

in seiner Uniform Charlie, der Soldat, der eine Schmugglerbande

bekämpfen soll und sich stattdessen in Carmen, das

Zigeunermädchen, verliebt.

      Und dann, als Carmen ihn verlässt um ihrem Torero

nachzuziehen, sehen wir Charlie, wie er allein die

Strasse entlangkommt, durch die seine Angebetete in einer

Kutsche zum Stierkampf fährt.

      Die Sterbeszene, der tragische Höhepunkt, wird erst ins

Lächerliche gezogen, nachdem sie in dramatischer Pose

ausgeschöpft ist. In der Arena will Charlie, der Soldat, Carmen

erstechen, doch sein Dolch, stellt sich heraus, ist nur

ein Theaterdolch, und die Klinge gibt nach, wenn er sie ansetzt.

      Was er ihr denn auch zeigt, mit einem Zwinkern in den

Augen sie für sich gewinnend, mit einem Lächeln.

      Nun, der Film, von Chaplin als Zweiakter fertiggestellt,

wurde von Essanay mit Zusatzmaterial, das mit Ben

Turpin in einer Nebenhandlung gedreht worden war, auf die

doppelte Länge gebracht; und so, erweitert und

verstümmelt, kam er im April 1916 in einer Fassung heraus,

gegen die Chaplin vergeblich prozessierte.



Aufführung, Filmkritik, Anzeige

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